Willkommen im do.it.yourself-Hospital
…klemmen Sie Ihre Patientenkarte in die Achselhöhle, Ihre Körpertemperatur beeinflusst den Verlauf der Therapie…
Ein Projekt der Gesundheits- und Fürsorgedirektion Bern.
via T. Müller-Wolf auf Facebook
Epidemiologie und Versorgungssituation von Herz-Kreislauferkrankungen
Im Rahmen des Pflegemanagement-Studiums habe ich im Fach Gesundheitswissenschaften eine Hausarbeit zu diesem Thema angefertigt, die ich nun allen anderen Studenten und Lesern zur Verfügung stellen möchte. Zunächst habe ich etwas gezögert, sie zu veröffentlichen, weil sie unter großem Zeitdruck entstanden ist und ich nicht so recht zufrieden damit bin. Unzufrieden auch deshalb, weil der Umfang auf 15 Seiten beschränkt war und ich nicht das Gefühl hatte, dem Thema in angemessener Weise gerecht zu werden. Aus diesem Grund richtete ich mein Augenmerk auch ausschließlich auf die Epidemiologie und Versorgungssituation der Koronaren Herzkrankheit (KHK) in Deutschland. Benotet wurde die Arbeit mit 1,3, sodaß ich denke, daß sie vielleicht auch anderen als Orientierung oder grober Überblick dienen kann. Um tiefer in das Thema einzusteigen möchte ich neben den Hinweisen im Literaturverzeichnis besonders den Herzbericht von Dr. Bruckenberger und die Habilitationsschrift Dr. Müller-Nordhorn empfehlen.
Unterschriftenaktion für die Pflegekammer in Niedersachsen
Nach einer lebhaften Debatte zum Gesetzesentwurf von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN und einem Antrag der SPD im niedersächsischem Landtag, wurde das Thema “Pflegekammer” in den Gesundheitsausschuss weitergegeben, der dazu am 12. Mai (Tag der Pflege und Geburtstag von Florence Nightingale) eine Anhörung durchführen wird. Die Berufsverbände bitten nun alle Pflegenden und UnterstützerInnen um ihre Stimme in Form einer Unterschrift, um die Anträge zu untermauern. Mehr Infos und Listen zum Download gibt es auf dem eigens dafür eingerichtetem Portal Pflegekammer jetzt! oder hier:
Informationsbroschüre (PDF)
Unterschriftenliste (PDF)
Bitte mitmachen und weitersagen!
Was macht ein Medical Animator?
Routinierte natürliche Prozesse, die in unseren Körpern täglich millionenfach nach bestimmten Plänen ablaufen, sind kompliziert und oft schwer zu vermitteln. Jeder, der an die ersten Stunden Anatomie/Physiologie zurückdenkt weiß das und hat in Erinnerung, wie sich mit jedem neuen Kapitel ganze Welten offenbarten. Glücklich diejenigen, die LehrmeisterInnen hatten, welche die Schönheit und das Faszinosum der Vorgänge in unseren Körpern vermitteln konnten. Genau diese Aufgabe hat ein Medizinischer Illustrator / Medical Animator. David Bolinsky präsentiert in diesem Video eine atemberaubende Animation über die Vorgänge in einer Zelle, er nennt sie “Micro-Machines”:
Die Animation beginnt nach einer Ansprache und Vorstellung seiner Arbeit bei 6:55. Untertitel, auch in deutsch, sind auf Wunsch zuschaltbar.
Neue URL und Feedadresse
Wichtige Mitteilung in eigener Sache:
Diese Seite hat eine neue URL und ist nun unter http://p-g-m.org zu erreichen – dementsprechend ändert sich auch die Adresse für den Newsfeed: http://p-g-m.org/feed/ oder http://feeds.feedburner.com/P-G-M .Die alten URLs werden bald abgeschaltet, bzw. zu meiner “Vcard” umgeleitet.
Vielen Dank fürs updaten!
Schliessen Sie nicht ab
Der Gesundheitssektor ist seit Jahren von vielen, zum Teil dramatischen, Veränderungen betroffen. Eine ganze Reihe von schmerzliche Einschnitten, nicht nur im Pflegebereich, führten m.E. häufig dazu, daß sich hier und da eine ablehnende Grundhaltung gegenüber Veränderungen/Neuerungen gebildet hat. Eine Änderung von Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen und anderswo erfordert auch immer ein Umdenken und eine Neuorientierung zur Anpassung. Das gilt für betriebswirtschaftliche Aspekte gleichermaßen wie für Einflüsse, die direkt oder indirekt auf einzelne Arbeitsbereiche wirken. Dabei gibt es nicht nur negative, sondern immer auch positive Entwicklungen, wie z.B. Erkenntnisgewinn, Fortschritte in Wissenschaft und Technik.
Findet jedoch eine pauschale Verweigerung der neuen Aspekte, bzw. der Bereitschaft, Veränderungen zuzulassen, statt, kommt es zum Stillstand in der (persönlichen/unternehmerischen) Entwicklung – alles bleibt beim alten. So werden gute Ideen begraben und Chancen vertan.
Schliessen Sie nicht ab, seien sie aufgeschlossen!
Pflegekammer in Niedersachsen – Grüne und SPD machen sich dafür stark
Es ist wohl nicht übertrieben, daß in der Geschichte der Gesundheits- und Krankenpflege in Deutschland einiges schief gelaufen ist. Wie sehr das der Fall ist, wird z.B. an den in Gesetz(!) gemeißelten Begrifflichkeiten “Grundpflege” und “Behandlungspflege” deutlich. Was in einer englischen Studie (“The Work of Nurses on Hospital Wards. Report of a Job Analysis“) aus den 50er-Jahren als kritikwürdiger Punkt, nämlich die Aufsplittung der Pflege in eben solche, erwähnt wurde, haben Mediziner und Krankenhausökonomen fehlerhaft ins Deutsche übersetzt und als ‘Sollzustand’ definiert (EICHHORN 1967). Ständig wiederkehrende Arbeiten, wie das “Waschen” eines Patienten, für die keine spezielle Qualifikation erforderlich sei, wurde zur “Grundpflege”. Professionelle Pflegende wissen, daß das falsch ist. Denoch sitzt dieser Fehler so tief, daß immer noch viele Pflegende diesem allgegenwärtigen Irrtum, qua Gesetz (SGB) unterliegen.
Das ist nur ein Beispiel für Fehler, die in der Vergangenheit gemacht wurden, für ein sehr hohes Maß an Fremdbestimmung, die eine Entwicklung der Pflege in Deutschland behindern. Pflegenotstand, mangelhafte Versorgung, fehlender Nachwuchs, Probleme in der Aus- und Weiterbildung sind einige Hinweise auf die Folgen dieser Fremdbestimmung – die Liste ließe sich beliebig erweitern. Angesichts der Lehren der Vergangenheit, sowie der Probleme von heute und morgen ist es nicht nachvollziehbar, warum die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen gestaltende Kompetenzen bezgl. ihres eigenen Berufsbildes verwehrt werden. Da die Gestaltung des Berufsbildes überwiegend durch Gesetz erfolgt, sind unerwünschte Einflüsse vorprogrammiert, weil überwiegend Laien über die Pflegepolitik entscheiden. Zwar verfügen die Parteien inzwischen alle über pflegepolitische Sprecher mit entsprechenden Qualifikationen und werden in Gremien durch Fachleute beraten, doch bleibt letztendlich die Entscheidung bei den meist “pflegefremden” Abgeordneten. In Deutschland haben die Pflegeverbände allenfalls beratenden Charakter und somit endet an diesem Punkt auch die Mitbestimmung.
Ein nicht unumstrittendes aber scheinbar bewährtes System der berufspolitischen Einflußnahme sind die Kammern (Handwerk, Industrie, Anwälte, Ärzte). Was in anderen Berufsgruppen selbstverständlich ist, blieb der Pflege bisher verwehrt. Der Weg über die Gewerkschaften hat nicht funktioniert, denn nur ein Bruchteil der ca. 1,2 Millionen Pflegenden (die genaue Zahl ist unbekannt) ist dort organisiert. Ein wichtiger Grund dafür ist, daß sie sich nicht adäquat durch Verdi & Co vertreten fühlen. Außderm geht es um wesentlich mehr, als nur um die Arbeitsbedingungen und das Gehalt. Was vielen Pflegende bleibt, ist das Gefühl, nichts tun zu können, ein pflegepolitisches Trümmerfeld, mangelhafte Versorgung der Patienten, Arbeiten bis zum Umfallen und den geringen Lohn irgendwie ertragen zu müssen. Kein Wunder also, daß viele von ihnen resigniert die Schotten dichtmachen, wenn das Thema Politik im Allgemeinen und Gesundheits-/Berufspolitik im Besonderen auf den Tisch kommt. Die Frage nach der Unterstützung der “Basis” für berufspolitische Forderungen sollte immer vor diesem Hintergrund betrachtet werden.
Die jahrzehntelange Forderung nach Gründungen von Pflegekammern in den einzelnen Bundesländern gewinnt derzeit an Fahrt und gibt Anlaß auf Hoffnung. In Niedersachsen hat die SPD einen Antrag “Attraktivität der Pflegeberufe steigern – Pflegekammer einrichten” (Drucksache 16/2179) eingereicht. Darin heißt es u.a.:
Der Landtag wolle beschließen:
Entschließung
1. Der Landtag anerkennt das Engagement sowie die Leistungsbereitschaft und -fähigkeit der rund 130 000 Menschen, die in Niedersachsen unter häufig schwierigsten Arbeitsbedingungen und verbreitet schlechter Bezahlung die hohe Qualität der Pflege sichern.
2. Der Landtag fordert die Landesregierung auf, die Attraktivität der Pflegeberufe und die Arbeitsbedingungen in der Kranken- und Altenpflege zu verbessern.
3. Der Landtag fordert die Landesregierung auf, ein Konzept zur Einrichtung einer Niedersächsischen Pflegekammer vorzulegen, mit dem
a) der Schutz der Pflegebedürftigen verbessert, b) dieQualität der Pflege gesteigert, c) den Berufsangehörigen mehr Selbstbestimmung ermöglicht sowie d) der Stellenwert der Pflegeberufe erhöht wird. …
Zeitgleich hat die Fraktion von BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN dem niedersächsischen Landtag einen Gesetzesentwurf(!) vorgelegt, der sich schon eingehender mit Gründung einer Pflegekammer befaßt (Drucksache 16/2175). Spätestens an diesem Punkt wird deutlich, daß sich die Oppositionsparteien schon sehr lange mit diesem Thema auseinandergesetzt haben.
Änderung des Kammergesetzes für die Heilberufe
Das Kammergesetz für die Heilberufe in der Fassung vom 08. Dezember 2000 (Nds. GVBl. 2000, 301), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 08.10.2008 (Nds. GVBl. S. 312), wird wie folgt geändert:
1. § 1 Abs. 1 wird wie folgt geändert: - Am Ende der Nummer 5 wird der Punkt durch ein Komma ersetzt. - Es wird folgende Nummer 6 angefügt:
„6. der Pflegekräfte in Alten,- Gesundheits- Kranken- und Kinderkrankenpflege sowie der Lehrerinnen und Lehrer für Gesundheits- und Kranken-, Gesundheits- und Kinderkranken- und Altenpflege, sowie Kranken- und Altenpflegehilfe, die in der Aus-, Fort- und Weiterbildung tätig sind, die Kammer für Pflegeberufe Niedersachsen. …“
In der Begründung zum Gesetzesentwurf von BÜNDINS90/DIE GRÜNEN heißt es weiter:
… Die öffentlich-rechtliche Stellung der Pflegeberufe als größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen entspricht nicht ihrer tatsächlichen Stellung im Gesundheits- und Pflegewesen. In der Pflege Beschäftigte sind heute für vielfältige Aufgaben und Tätigkeiten qualifiziert und üben diese neuen Auf- gaben bereits aus. Dennoch sind die Pflegeberufe noch nicht gleichberechtigt mit den „akademischen Heilberufen“ in den gesundheits- und sozialpolitischen Diskurs eingebunden und an entsprechenden Entscheidungen beteiligt. Die Anforderungen, die sich aus der täglichen Pflegerealität ergeben und die Maßstäbe und Standards, die das Recht sowie die Würde und Selbstbestimmung der zu pflegenden Menschen für die Arbeit vorgeben, finden kaum eine Entsprechung im rechtlichen, aber auch gesellschaftlichen Status der Pflegeberufe. …
Beide Parteien stehen schon länger mit dem Verein zur Gründung einer Pflegekammer in Nds. in Kontakt und präsentieren damit die Ergebnisse ihrer Arbeit aus mehreren gemeinsamen Beratungen. Es ist wohl nicht übertrieben, wenn man sagt, daß es sich hier um Meilensteine in der Geschichte der Pflege in Deutschland handelt. Erinnerungen an Agnes Karll, die bereits 1903 das Selbstverständnis der pflegerischen Profession definiert und jede Form der Fremdbestimmung abgelehnt hat, werden wach. Ja, das ist ein großartiger Schritt und mein persönlicher Dank gilt allen Beteiligten, die sich darum bemüht haben.
Dennoch bleibt festzuhalten, daß für dieses Vorhaben leider noch keine Mehrheiten in den Landtagen gefunden wurden. Was die regierenden Parteien (in Nds.: CDU/FDP) davon abhält, mag jeder für sich selbst beantworten. Zwei schwache Argumente, die aber gern ins Feld geführt werden sind die der Altersvorsorge und die Schaffung zusätzlicher kostenträchtiger Bürokratie. Dabei ist die Forderung nach einer eigenen Versorgung außerhalb des bestehenden Rentensystems nie gewollt gewesen und auch nicht Inhalt der o.g. Anträge. Zum zweiten Punkt, der Schaffung zusätzlicher Bürokratie ließe sich sagen, daß eine Pflegekammer auf bestehende Strukturen der Pflegeverbände und des Deutschen Pflegerates aufbauen kann – alles schon da. Die kritischen Reaktionen sind auf ihre Weise aber auch sehr interessant, so schreibt
der Hartmannbund:
Der von SPD und Grünen geplante Vorstoß für die Änderung des Heilkammergesetzes löse nicht andeutungsweise die Problematik der Pflegeberufe, sondern soll in erster Linie von den politischen Versäumnissen der letzten 25 Jahre ablenken, so Lücke. Wenn die pflegerische Versorgung vor dem Kollaps stehe, liegt das in erster Linie an den schwierigen Arbeitsbedingungen und der ausgesprochen schlechten Bezahlung der Pflegenden. “Die Nachwuchsprobleme lösen sich vermutlich schon dann, wenn man die Gehälter auf das Niveau von Sparkassenangestellten anheben würde, die bekanntermaßen keine Nacht- und Wochenenddienste machen müssen”.
Pflegekammer Niedersachsen in erster Lesung (Good Care)
Stehen Pflegekammern vor dem Durchbruch? (Ärztezeitung)
Pflegekammer ist kein Selbstzweck (Kommentar ÄZ)
Grüne fordern Pflegekammer… (HAZ)
Landtag berät über Pflegekammer (NWZ)
Pflegekammer Niedersachsen in die Ausschüsse weitergereicht (DBfK)
Pflegekammern in allen Bundesländern (Deutscher Pflegerat)
… to be continued
Wer selbst aktiv oder nur als Mitglied unterstützend für die Einrichtung von Pflegekammern eintreten möchte, dem empfehle ich den Förderverein zur Einrichtung einer Pflegekammer in Niedersachsen e.V., die Nationale Konferenz zur Errichtung von Pflegekammern in Deutschland (mit Auswahl nach Bundesländern) und die Berufsverbände, allen voran den DBfK.
Reform der Ausbildung dringend notwendig
So wie der DBfK begrüße auch ich, die geplante Zusammenführung der Ausbildung Pflegeberufe (Altenpflege, Kinderkrankenpflege, Krankenpflege) im Koalitionsvertrag. Das bisherige Modell ist nicht mehr zeitgemäß und hat, auch mit Blick auf die Ausbildung in anderen europäischen Ländern, ausgedient.
Unterdessen drängt der DBfK (mit anderen Verbänden) darauf, der Reform der Ausbildung höchste Priorität zukommen zu lassen und kritisiert das Vorgehen der Politik, den “miserablen Rahmenbedingungen in denen Pflegende arbeiten” mit Absenkung der Zugangsvoraussetzungen und vermehrtem Einsatz von Hilfskräften zu begegnen.
Wir benötigen genau das Gegenteil:
Mehr Menschen mit höheren Qualifikationen und deshalb eine andere Ausbildung.
Der DBfK fordert deshalb
- Die Zusammenführung der drei Pflegefachberufe zu einem neuen Beruf mit einer Berufsbezeichnung und Freizügigkeit innerhalb der EU im Sinne der EU-Richtlinie 36/2005 als Kern der Reform. Dabei sind unterhalb dieser Gemeinsamkeit Schwerpunktbildungen unterschiedlichster Art vorstellbar.
- Die regelhafte Möglichkeit, die Ausbildung auch an Hochschulen durchführen zu können. Dass der Bedarf da ist, belegen mehr als 15 Modell-Studiengänge für die Erstausbildung an Hochschulen und die Gründung des Gesundheits-Campus in NRW.
- Die Ausbildung in das staatliche Bildungssystem (Hochschulen oder Höhere Berufsfachschule nach Landesrecht) zu integrieren. Das bedeutet vor allem die Lösung der Ausbildung(-sstätten) von den Krankenhäusern.
- Horizontale und vertikale Durchlässigkeit der Bildungsangebote, d.h. mit jedem Abschluss wird u.a. der Zugang zur nächsten Bildungsebene eröffnet.
Die Petition gegen den Abbau von Qualität in der Pflege und die Absenkung der Zugangsvoraussetzungen befindet sich in der parlamentarischen Prüfung und wird vorraussichtlich 2010 bearbeitet. Sie wurde von mehr als 50.000 (inkl. Listen) gezeichnet. Bis zum Abschluß der Bearbeitung können Unterstützer noch die Mitzeichnerliste (PDF) unterschreiben.
Wissen teilen
Zu den Fortbildungsveranstaltungen, die sich in Art und Umfang erheblich von den Üblichen unterscheiden, gehören die Präsentationen von Facharbeiten aus dem Bereich Pflege. Dabei stehen Pflegende, die im Rahmen ihrer Fachweiterbildung spezielles Wissen erarbeitet haben, häufig das erste mal vor einer größeren Gruppe und tragen ihren Erkenntnisgewinn vor. Profitabel sind diese Veranstaltungen für beide Seiten. Der Zuhörer erfährt aus erster Hand Neues oder kann bestehendes Wissen ergänzen/auffrischen und der/die ReferentIn tritt über den eigenen Schatten, stellt dar, was Pflege ist und leisten kann, hat somit einen Zugewinn in der persönlichen Entwicklung.
Die Akteure tragen, wie Leiterin Sabine Rüdebusch (stellv. Vorsitzende im Nds. Pflegerat, Landesbeauftragte DGF e.V.) formulierte, auf diese Weise somit zur eigenen und aller Professionalisierung bei.
Den Wert dieser Stunden kann man gar nicht hoch genug schätzen, dachte ich gestern auf dem Heimweg vom Oldenburger Pius-Hospital. Dort haben 14 Teilnehmer der FWB Intensiv & Anästesie mit Laptop und Powerpoint-Präsentationen ihre Arbeiten vorgestellt. Besonders erfreulich war, daß in diesem Jahr die Zahl der Zuhörer größer war, als die der Referenten. In die Zukunft blickend wünsche ich mir, daß dieser Rahmen noch größer wird. Die Themenvielfalt und die relative Kürze der Vorträge führen dazu, daß keine Langeweile aufkommt und ein breites Wissensspektrum angesprochen wird. Den meisten Akteuren merkt man die Anspannung an und gern verzeiht man den einen oder anderen kleinen Fehler in Inhalt und Rede. Das ist kein Manko, sondern macht sie viel sympathischer. Da werden schonmal Zahlen durcheinander gewürfelt, Fakten aus anderen Breiten auf unsere Situation in Deutschland übertragen o.Ä. Diese Fehler werden gern verziehen und wenn man ehrlich ist, sind sie auch oft in Präsentationen von “Profis” zu finden – nur viel versteckter. Überwiegend wurde jedoch sicher, frisch und zum Teil sehr humorvoll zu den folgenden Themen vorgetragen, sodaß ich innerlich den Hut gezogen habe:
- Intensiv gepflegt, schnell verlegt.. Reicht der mündliche Verlegungsbericht aus?
- Patienten- und Angehörigenschulung –Baustelle in der Pflege-
- Erstellung einer Informationsbroschüre für Angehörige auf der Intensivstation
- Patientenverfügung
- Die Praxis der Enteralen Ernährung auf der Intensivstation
- Die Pflege der Milden Hypothermie nach Reanimation
- Kontinuierliches Nierenersatzverfahren- Eine Herausforderung für das Pflegepersonal?
- Difficult Airway Management
- Prophylaxe und Therapie des PONV
- Krisenintervention- Gegenüberstellung Rettungsdienst- Klinikalltag
- Zum Dilemma der räumlichen Atmosphäre auf ITS
- Gestörter Tag-Nacht-Rhythmus- Belastungen des Intensivpatienten
- Pflegerische Gewalt auf der Intensivstation- wann beginnt sie?
- Fixieren, sedieren… Alternativen… Umgang mit postoperativ verwirrten Patienten
Was bleibt, ist ein beachtlicher Zugewinn an Wissen und Erfahrung auf beiden Seiten. Vielen Dank dafür!
Wünschenswert wäre eine viel breitere Einführung solcher Veranstaltungen, eine Intensivierung der Informationsweitergabe bis in die kleinsten Zellen der Organisationen, eine neue Wissenskultur des Gebens und Annehmens in der Pflege und damit auch eine Steigerung im organisationalen Lernen.
DBfK fordert andere Prioritätensetzung in der Politik
Die befragten Bürgerinnen und Bürger, immerhin künftige Kunden, haben den bisherigen Strategien von Politik und Trägern eine deutliche Absage erteilt. Den Pflegepersonalbedarf einerseits durch Absenkung des Eingangsbildungsniveaus zur Pflegeausbildung, andererseits durch immer mehr nicht oder niedrig Qualifizierte zu decken ist nicht das, was pflegebedürftige Menschen wollen und brauchen.
Johanna Knüppel in einer Pressemeldung des DBfK

