Archiv vom August, 2009
Pflege-Thermometer 2009 – Eine Befragung von Pflegenden im Krankenhaus
Das dip* führt derzeit die bisher größte Umfrage “Pflege-Thermometer 2009″ unter im Krankenhaus arbeitenden Pflegekräften durch. Der Fragebogen dient zur Erhebung der derzeitigen Arbeitssituation und der Patientenversorgung, z.B. der personellen Ausstattung, den beruflichen Entwicklungschancen und der Patientensicherheit. Die Umfrage ist liegt im September der Zeitschrift “Die Schwester Der Pfleger” bei und kann als PDF heruntergeladen werden. Am einfachsten ist es jedoch, die Fragen online zu beantworten. Gefördert wird das Projekt von der B. Braun-Stiftung in Melsungen.
Das Mitmachen lohnt sich aus zwei Gründen: Zum einen dient es dem Wissenszuwachs und zum anderen werden unter allen Teilnehmern ein iPod-Nano 8GB sowie drei iPod-Shuffle 1GB verlost.
via Good Care
Öffnung gegenüber Pflegekammer
Die SPD-Fraktion im niedersächsischen Landtag läßt in einer Pressemitteilung verlauten, daß sie nunmehr angesichts der vielschichtigen Probleme in der Pflege doch bereit ist, über die Einrichtung einer Pflegekammer nachzudenken: SPD steht Pflegekammern aufgeschlossen gegenüber
„Angesichts vieler ungelöster Fragen und offener Baustellen im Pflegebereich ist der Ruf der Pflegenden nach einer angemessenen Wahrnehmung verständlich und voll zu unterstützen“, sagte Uwe Schwarz, sozialpolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Bundesweit seien ca. 1,2 Millionen Menschen in der Pflege beruflich tätig, in Niedersachsen liegt ihre Zahl bei rund 130.000. „Pflegekammern sind geeignet, berufliche Qualitätsstandards festzulegen und deren Einhaltung zu überwachen, so dass in verschiedenen Einrichtungen etwa gleich hohe Standards gelten – und das auf hohem Niveau“, so Schwarz.
So sehr ich diesen Sinneswandel begrüße, habe ich jedoch auf der anderen Seite meine Bedenken, daß es sich hierbei um ein wahltaktisches Manöver handeln könnte. Somit bleibt abzuwarten, wie sich die Parteien mittel- und langfristig positionieren.
via Good Care
Berufsbelastung und Arbeitsbedingungen in der Krankenpflege
Das aktuelle Ergebnis des Statistischen Bundesamtes bestätigt die subjektiv wahrgenommene Einschätzung der meisten Pflegenden in Deutschland:
Unsere Betrachtung zeigt, dass Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger besonderen Belastungen ausgesetzt sind. Die Ergebnisse der Untersuchung können wie folgt zusammengefasst werden: Steigende Patientenzahlen und Verkürzungen der Verweildauer in Krankenhäusern führen bei gleichzeitigem Pflegepersonalabbau zu einer Arbeitsverdichtung. Nach den Ergebnissen des Mikrozensus 2007 sind Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger bezogen auf Schichtarbeit, Wochenend- und Feiertagsarbeit sowie Nachtarbeit besonders stark belastet. Es wurde weiter deutlich, dass diese Berufsgruppe besonders häufig unter arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen leidet. Zudem ist ihre Tätigkeit im besonderen Ausmaß durch schwierige Körperhaltungen, Bewegungsabläufe oder Hantieren mit schweren Lasten sowie Zeitdruck und Arbeitsüberlastung gekennzeichnet.
Markante Eckdaten aus dem Jahr 2007 sind
- mit 712 000 Beschäftigten stellten Gesundheits- und Krankenpflegerinnen/-pfleger die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen dar
- davon 490 000 in Krankenhäusern und 98 000 in ambulanten Einrichtungen
- der Frauenanteil betrug 85%
- die Gesamtzahl der Beschäftigten ist durch Teilzeit in 10 Jahren um 5% gestiegen – bei einem Abbau der Vollzeitstellen um 12%
Quelle: Statistisches Bundesamt : 2009
